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The Data Economist | Establishing sustainable "Data Inspired & Digital Culture"

Das Visions-Vakuum: Warum operative Exzellenz Deutschlands KI-Transformation bremst

Operative Exzellenz macht träge – und genau das wird Deutschlands Problem

Deutschland erlebt keine „Krise“, sondern einen Strukturbruch. In einer Polykrise – geopolitisch, technologisch, demografisch, ökologisch – verliert die klassische Managementlogik ihre Schutzwirkung: Effizienz, Prozessdisziplin und inkrementelle Optimierung reichen nicht mehr, wenn Ursache und Wirkung entkoppelt sind und Systeme plötzlich kippen. Die Transformationsstudie des Handelsblatt Research Institute und der Fraunhofer-Institute (IAO/HNFIZ) legt dafür eine unbequeme Diagnose vor: Viele Unternehmen funktionieren im Tagesgeschäft bemerkenswert gut, aber sie steuern strategisch zu selten auf ein klares Zukunftsbild zu. Operative Stärke wird zur Komfortzone – und zur Falle.

Der größte Hebel von KI entsteht in verkürzten Liegezeiten

Warum erfolgreiche Unternehmen KI zuerst am Engpass ihrer Wertschöpfungskette einsetzen und erst danach die Arbeit selbst beschleunigen

56 % der CEOs sehen durch KI weder höhere Umsätze noch niedrigere Kosten. Nur 12 % erreichen beides, so die Befragung von 4.454 CEOs in PwCs 29th Global CEO Survey.¹ Meine These lautet: Die 12 % setzen KI an einer anderen Stelle ein. Sie wählen die Wertschöpfungskette, die über ihr strategisches Ziel entscheidet, verbessern mit KI deren primären Engpass und verkürzen so die Zeit, in der Vorgänge liegen und auf den nächsten Schritt warten. In Fertigung und Wissensarbeit macht diese Liegezeit nach meiner Schätzung rund 70 % der Durchlaufzeit aus. Die meisten KI-Adoptionen setzen dagegen an den übrigen 30 % an: an der Geschwindigkeit, mit der einzelne Menschen ihre Arbeit erledigen.